August 2007
Monthly Archive
Fri 31 Aug 2007
Posted by Jörg under
Kjalvegur ,
Akureyri ,
Kjölur ,
Hochland ,
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Bremsklötze im Überfluss sind angekommen. Kettenwechsel, Schaltung und Bremsen neu justieren, für die Kjölur möchte ich das Rad in gutem Zustand haben. Meine Hochlandquerung möchte ich genießen. Der Wetterbericht kündigt ab Montag besseres Wetter an, hoffentlich bleibt das dann für ein paar Tage so. Drei Tage Hochland wenn alles gut geht, wenn nicht ist das auch kein Problem, ich nehme Verpflegung für sieben Tage mit.
Die Kjölur, genauer der Kjalvegur ist die am einfachsten zu befahrende Hochlandstrecke, nach meinem Rundkurs über die F821 und die F26 wird mich die Strecke wohl nicht überfordern. Die Kjölur ist soweit ausgebaut, dass es keine Furten mehr gibt und die Straßenqualität soll ziemlich gut sein, auch geht es nicht so
hoch wie bei meinem letzten Hochlandausflug. Ich freue mich darauf.
Ach so, das Paket ist nicht angekommen und kommt demnach erst am Montag.
So lange kann ich hier nicht mehr warten. Ich hole mir das Paket per Anhalter in Akureyri ab, wenn ich in Reykjavik angekommen bin. Dort bleibe ich für ein paar Tage bei Jóhanna, der Isländerin die mir auch schon den Tipp mit der Wanderung in den Westfjorden gegeben hat. Das passt ganz gut, ich schlage gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe. Ich kann mich mit Wein und Schokolade bei ihr bedanken und sie kann mir so helfen das Paketgewicht zu reduzieren.

Thu 30 Aug 2007
Posted by Jörg under
Akureyri ,
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Nach der erfolgreichen Reparatur gestern mache ich mich heute früh daran die Kette zu wechseln, so nach ca. 2500 km ist das bei den Bedingungen hier an der Zeit. Ein Routineeingriff, aber Routine liegt mir scheinbar nicht und wenn man nicht aufpasst und minderwertiges Werkzeug verwendet kann einem schon mal der Kettennieter abbrechen.
Beim Unfreundlichen habe ich heute gute Chancen einen neuen zu bekommen, der Kerl hat nämlich Urlaub wie ich erfahren habe. Die Rechnung geht auf. Es ist keiner in dem Laden der weiß, wie man mit Rädern und Kunden umzugehen hat. Ich darf hinten in der Werkstatt suchen und finde einen neuen Kettennieter den sie mir sogar noch zu einem fairen Preis verkaufen. Auf dem Rückweg zum Campingplatz reißt mir die Kette, genau zum passenden Zeitpunkt!



Wed 29 Aug 2007
Posted by Jörg under
Akureyri ,
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So, heute werde ich mein neues Tretlager einbauen. Bin ein wenig besorgt, hoffentlich klappt alles. In einer Reisebuswerkstatt bekomme ich das zusätzlich benötigte Werkzeug (10′er Inbus, 32′er Schraubenschlüssel, Schmierfett und Hammer) geliehen und mache mich ans Werk. Es dauert seine Zeit, aber die Reparatur läuft komplikationslos ab. Es sieht ganz so aus, als wäre dieses Dauerproblem jetzt endlich aus der Welt.
Punkt zwei auf der Tagesordnung, Zollangelegenheiten bei der Post erledigen.
Dem Postangestellten zeige ich das Schreiben vom Zoll und frage nach dem Paket. Er geht in einen abgetrennten Teil des Raumes, um das Paket zu suchen. Gelegentlich kommt er mit dem Brief in der Hand wieder heraus nur um erneut hinter der Wand zu verschwinden. Das dauert…
Er ruft einen Kollegen zu sich, die beiden reden und scheinen irgendetwas herrlich komisch zu finden, das kommt mir bekannt vor. Dann wird auch noch der dritte Kollege dazugerufen. Leise unterhalten sie sich und immer wieder höre ich sie
lachen.
Der Betrieb in der Post steht. Nach und nach kommen die Angestellten wieder zum Vorschein, zuletzt auch mein Ansprechpartner. Er kommt zu mir, versucht krampfhaft ernst zu bleiben, meint “Der hat dir Hot-Dogs geschickt! Das ist nicht erlaubt” und gibt den Versuch ernst zu bleiben wieder auf. Auch die Frau hinter mir in der Schlange muss lachen.
Das Paket ist nicht da! Der Postangestellte ruft beim Zoll an. Nach langem hin und her unterschreibe ich schließlich einen Zettel den ich nicht lesen kann. Ich erlaube dem Zoll damit alles wegzuschmeißen was verboten ist… hoffe ich zumindest. Der Postangestellte faxt den Zettel zum Zoll und morgen, spätestens übermorgen ist das Paket hier. Na endlich!
Danke auch an die Jungs von der Post!

1.) kurbeln lösen (beide, reihenfolge egal)
2.) knuppel aufsetzen und das tretlager auf der rechten radseite (da wo die
kettenblätter saßen) lösen
3.) lösen geht durch drehen vom werkzeug nach rechts (also im Uhrzeigersinn)
4.) lösen des tretlagers auf der linken radseite (drehen nach rechts, im
Uhrzeigersinn)
5.) altes tretlager raus
6.) neues tretlager einfetten und reinschieben
dann alles wie vorher nur rückwärts und gut müßte sein.

Tue 28 Aug 2007
Posted by Jörg under
Akureyri ,
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Das Tretlager ist angekommen! Zusätzlich bekomme ich heute einen Brief vom Zoll, leider kann ich den nicht lesen, abgesehen von “Danke, gute Fahrt, Tschüss, Eisberg, Stechuhr und Gummistiefel” kann ich noch nicht besonders viele isländische Vokabeln. Jedenfalls steht davon nichts in dem Brief. Was zu erwarten war.
Die Mädels aus dem Infocenter, mittlerweile so etwas wie meine zweite Heimat, - wollte schon fragen ob ich hier nicht schlafen kann - übersetzten den Brief gemeinsam und amüsieren sich köstlich. Nachdem sie sich wieder eingekriegt haben meinen sie eigentlich nur “Der hat dir Hot-Dogs geschickt!” und fangen schon wieder an zu lachen.
OK, ich soll da anrufen. Mach ich, die Frau an der Leitung möchte, dass ich ihr meinen Namen buchstabiere. Auf Englisch einer Isländerin meinen Namen zu buchstabieren scheitert schon im Ansatz.
Wieder hilft mir das deutsche Mädchen aus der Info, sie ist mittlerweile für mich zu einer Art persönlichem Akureyri Betreuer geworden. Das Gespräch dauert ziemlich lange und verläuft eher chaotisch, zumal sie auch nicht perfekt auf
isländisch buchstabieren kann. Am Ende haben wir die Frau vom Zoll soweit, dass das Paket heute noch nach Akureyri zur Post geschickt wird. Dort kann ich dann morgen die Zollangelegenheiten erledigen.
Danke Mädels!!!

Mon 27 Aug 2007
Posted by Jörg under
Akureyri ,
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Von Grenivík fahre ich die 83 bis zur 1 und dann weiter nach Akureyri. Auf dem Weg liegt Laufás, ein alter Hof den man besichtigen kann. Das war zur Abwechslung mal ein Museumsbesuch der sich gelohnt hat.
Das Tretlager ist noch nicht angekommen…
Das Paket von Achim ist immer noch nicht angekommen…
Wein und Schokolade finde ich mittlerweile gar nicht mehr so wichtig. Ich brauche dringend neue Bremsklötze. Das Paket ist jetzt seit 21 Tagen unterwegs. Von Achim erfahre ich, dass er es etwas zu gut gemeint hat. Das
Paket wiegt 13 kg und besteht, mit Ausnahme von sechs paar Bremsklötzen nur aus Lebensmitteln. Abgesehen davon, dass man nur 3 kg Lebensmittel pro Person kostenfrei nach Island einführen darf und Fleisch und Wurstwaren verboten sind, habe ich keine Idee wo ich das alles verstauen sollte, falls es irgendwann mal ankommt! Na gut, den Wein kann ich sofort trinken (direkt im Postamt, aus der Falsche und auf ex!) und die Salami ist mittlerweile vermutlich bereits verdorben.
Die Bremsklötze kann ich wohl abschreiben. Das Paket geht nie im Leben durch den Zoll.
Die Alternative ist bitter……
Der Mundfaule meint “Hab ich nicht…. Bestellen?… Kann ich nicht.”
Sehr ungerne fahre ich zu dem Unfreundlichen und schaffe es sogar irgendwie noch nett zu bleiben. Er meint (in etwa so eine Antwort habe ich erwartet) “Das ist ein Problem, kannst ja mal versuchen in Reykjavík anzurufen.”
Auf Nachfrage bekomme ich sogar noch die Telefonnummern von zwei Fahrradgeschäften in Reykjavík. Beim ersten Laden geht keiner ran, beim zweiten zuerst einer der kein Englisch spricht, dann einer der mir sagt, dass sie keine Magura
Bremsklötze für Felgenbremsen haben. Aber bei dem anderen Laden könnte ich es ja mal versuchen…
…
Ab sofort kommen Ersatzteile nur noch per Brief von Zuhause. Parallel bestelle ich beim Supporter Christian und beim Betreuer Achim Magura Bremsklötze für Felgenbremsen. Bis Freitag ist hoffentlich irgendetwas hier angekommen
…Umschalten auf Campingurlaub.




Sun 26 Aug 2007
Posted by Jörg under
835 ,
Grenivík ,
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Der kleine, für Radfahrer in Island vermutlich etwas unübliche Abstecher
nach Grenivík über die 835 gefällt mir sehr gut. Bei gutem Wetter, kein
Wind und auf fester Fahrbahn fahre ich durch ein schönes bewaldetes Tal
an einem Fluss entlang. Die Landschaft ist für isländische Verhältnisse
eher ungewöhnlich. Grenivík ist ein netter kleiner Ort. Supermarkt,
Post, Kiosk, Tankstelle und Kaffee gehören zusammen. Dort halte ich mich
eine Weile auf und fahre dann nördlich aus Grenivík heraus, um mir einen
schönen Platz zum Zelten zu suchen. Alles in allem ein sehr
entspannender Tag.






Dieses Mal habe ich wirklich einen Rentierschädel gefunden, der letzte Fund war wohl doch eher vom Schaf.
Sat 25 Aug 2007
Posted by Jörg under
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5°C, viel Regen und viel Wind. Ein Wind- und Regenschutz ist da schon sehr wertvoll wenn man eine Pause genießen möchte.
Ein Unterstand ist hier leider nicht einfach zu finden.

Da nutze ich alles was die Natur hier zu bieten hat.
Der gefundene Windschutz erweist sich als deutlich komfortabler

und unterhaltsamer als zunächst angenommen

Zum Ölwechsel wird mein Unterstand scheinbar nach Deutschland gebracht

Der wäre auch mal wieder fällig

Man beachte den Fisch!!!
Die Freude ist leider nur von kurzer Dauer, kaum habe ich es mir gemütlich gemacht kommt ein Mann mit einem Sattelschlepper, lädt meinen Unterstand auf und fährt damit weg.

….. zum Ölwechsel?!?
Sat 25 Aug 2007
Posted by Jörg under
Goðafoss ,
Húsavík ,
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Bei meinem letzten Besuch in Húsavík sind mir das Walmuseum, die sehr schöne Kirche und das Penismuseum gar nicht aufgefallen. Im Penismuseum werden bisher nur tierische Ausstellungsstücke gezeigt. Die Spender der zukünftigen menschlichen Exponate gibt es allerdings schon und noch.
Am Nachmittag sehe ich den Godafoss endlich mal bei Sonnenschein und übernachte auch gleich auf dem Campingplatz am Goðafoss.




Fri 24 Aug 2007
Posted by Jörg under
Goðafoss ,
Húsavík ,
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Nach einem weiteren Fototermin mit dem Aldeyjarfoss geht es weiter Richtung Goðafoss. Der Goðafoss transportiert jetzt reichlich Sedimente, bei meinem letzten Besuch war das Wasser klar. Vermutlich kommt das durch den vielen Regen im Hochland in den letzten Tagen. Michael fährt von dort weiter zum Mývatn. Ich möchte noch nicht nach Akureyri zurückfahren und nehme gewissermaßen den Schwung von der Abfahrt mit und rolle bis nach Húsavík weiter.


Thu 23 Aug 2007
Zusammenfassung
Bergab, bei guter Sicht und mit Rückenwind auf befahrbarer Piste kann das Hochland süchtig machen. Völlig begeistert bin ich gut 90 km die F26 entlang geflogen und habe ca. 250 Fotos an diesem Tag geschossen

Tagesbericht
Bei herrlichem Wetter fahre ich zurück. Bei guter Sicht und einer nicht durch Regen aufgeweichten Fahrbahn komme ich hier richtig gut voran. Schon nach ca. 9 km finde ich überraschenderweise meine Luftpumpe unversehrt wieder.
-> Planungsänderung! Umdrehen und die F881 und später die F26 (Sprengisandur) Richtung Aldeyjarfoss und Goðafoss. Überwiegend bergab lasse ich mich vom Rückenwind über die Piste jagen. Ich muss mich beherrschen, um nicht vor lauter Übermut zu schnell zu fahren. Die Straße ist um Längen besser als die F821, aber von Schlaglöchern, Wellblechprofil, Geröll und sandigen Wegstrecken werde ich auch hier nicht verschont. Bei den Bedingungen heute macht diese Cross-Strecke aber gerade den Reiz aus und die Abfahrt ist ein großer Spaß. Die sandigen Stellen sind gefährlich. Ich kann, jedesmal wenn ich zu schnell in eine solche Stelle fahre, einen Sturz nur mit viel Glück vermeiden. Danach fahre ich dann immer
vorsichtig weiter, wenigstens für den nächsten Kilometer. Heute muss das Rad wirklich einiges aushalten. Ich erwarte schon fast, dass mir eine Felge oder der Gepäckträger bricht. Die Landschaft ist sehr beeindruckend und hier sind auch keine Bäume, Häuser oder andere Hindernisse, die den Blick auf die Landschaft verdecken könnten.
Auf der Strecke treffe ich Michael, einen schweizer Radfahrer der für 4 Wochen durch Island fährt. Wir fliegen gemeinsam weiter die Piste entlang und besuchen den Aldeyjarfoss, wo wir dann auch campieren. Michael fährt, ähnlich wie ich, sehr Foto-orientiert. Er ist sogar soweit gegangen ein großes Stativ mitzunehmen. Vor allem am Aldeyjarfoss, wo ein gebündelter Wasserstrahl zwischen herrlichen, gleichmäßigen und teilweise fächerförmigen Basaltsäulen in eine Schlucht stürzt, kommt ihm das Stativ und seine Fotoausrüstung zugute. Der Aldeyjarfoss gibt als Fotomotiv wirklich einiges her.
Zwei Dinge weiß ich nach diesem super Tag:
Erstens: Nicht alle Hochlandstraßen sind so schrecklich schlecht wie die F821
Zweitens: Das war nicht mein letzter Radurlaub im isländischen Hochland




















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