April 2008
Monthly Archive
Wed 30 Apr 2008
Strecke: Falkenberg -> Varberg
Unterkunft: Camp(30.04.2008)
Profil: fast flach
Fahrbahn: Asphalt
Wetter: trocken
Tageskilometer: 53,39 km Fahrtzeit: 2:54:39 Durchschnitt: 18,86 km/h
Es ist immer noch windig, aber nicht mehr so staubig. So kann ich einen schönen Tag ohne Augen und Mundschutz an der Küste von Halland genießen.






Wed 30 Apr 2008
Posted by Jörg under
AlltäglichesComments Off
Wenn man sein Rad abstellt kommt es vor, dass der Vorderreifen sich verdreht und das Rad instabil steht oder ganz umkippt. Mit meinen Leuchtreflektorbändern, mit denen ich immer meine Hose am Fußgelenk festbinde damit nichts in die Kette kommt oder sich an den Getränkehaltern verhakt binde ich schnell das Vorderrad an den Rahmen. So kann sich das Rad nicht mehr verdrehen und steht stabil.
Den Reflektorkletthosenhalter habe ich entweder am Fußgelenk - und brauche ihn grad nicht wenn ich absteige - oder griffbereit in einer Tasche am Oberrohr.
Leider vergesse ich das gelegentlich und bei vollbepacktem Rad kann ich dann Pech haben und es zerlegt mir mal wieder den nächsten Ständer.
.. Vorderrad schlägt um … Vorderrad rollt weg … der Ständerwinkel wird flacher …. bis er bricht ….

Tue 29 Apr 2008
Strecke: Mellbystrand -> Halmstad -> Falkenberg
Unterkunft: Camp(29.04.2008)
Profil: fast flach
Fahrbahn: Asphalt
Wetter: Wind, Sand und Sonne
Tageskilometer: 79,14 km Fahrtzeit: 3:59:24 Durchschnitt: 20,16 km/h
Wie schon in Skane, wächst auch hier in Halland auf den Feldern zur Zeit noch nicht viel. Die anhaltende Trockenheit in den letzten Tagen und die viele Sonne hat den Boden ausgetrocknet. Heute weht hier ein ordentlicher Wind, der den ganzen Staub und Sand aufwirbelt. Die Luft ist trocken, man hat ständig Sand im Mund, in der Nase oder in den Augen und die Sicht ist etwas diesig durch den ganzen aufgewirbelten Staub.
Ich folge einem beschilderten Radweg Richtung Norden. An einer Unterführung erwischt der Wind mich voll mit einem kleinen Sandsturm. Beim Einfahren in die Unterführung denke ich noch “Es kann nicht so schlimm werden.” Bei der Ausfahrt geht gar nichts mehr. Die Sicht beträgt ca. 2 Meter, aber das nur für ungefähr eine Sekunde. Danach sind die Augen voller Sand und die Sicht liegt in etwa bei Null. Ich Muss absteigen, die Augen schützen und das Rad vorsichtig ungefähr 20 Meter schieben bis ich der Sandverwehung entkommen bin. Leider stelle ich schon 500 Meter weiter fest, dass genau hinter der Unterführung ein Abzweig war, den ich hätte nehmen müssen und natürlich übersehen habe. Also umdrehen und zurück. Von dieser Seite sieht man gleich, dass das kein Spaß wird da durchzufahren. Die Unterführung ist nicht mal zu sehen, nur aufgewirbelter Sand. Auf das was mich erwartet besser vorbereitet, fahre ich wieder in den kleinen Sandsturm und finde diesmal auch den Abzweig.




Fri 25 Apr 2008
Strecke: Lilla Tjärby -> Laholm -> Mellbystrand
Unterkunft: Camp(25.04.2008)
Wetter: Sonne und kalt dann Regen
Tageskilometer: 45,60 km Fahrtzeit: 2:50:48 Durchschnitt: 16,70 km/h
In Mellbystrand finde ich eine sehr gute Jugendherberge “Solstickan”, der Deutsche Jugendherbergsausweis wird hier in Schweden problemlos akzeptiert. Die Jugendherberge wird von einer deutsch, dänisch, schwedisch und englisch sprechenden Koreanerin geführt, die es irgendwie hierhin verschlagen hat nachdem sie in Deutschland Musik studiert hat. Jedenfalls fühle ich mich hier pudelwohl und mache erst mal Station hier am 12 km langen Sandstrand von Mellbystrand.
Hier in Mellbystrand treffe ich später noch einen Mann, der in einer Kükensortieranlage arbeitet. Er muss vier bis fünf tausend Küken in der Stunde sortieren. Sortiert wird nach Geschlecht. Warum tut man das? Weil die Küken, wenn sie groß sind Eier legen sollen und männliche Küken werden nie Eier legen ganz egal wieviel und was für ein Futter sie bekommen…Futter ist teuer.
Abgesehen davon, dass ich es für sehr fragwürdig halte in welchem Maße man Tiere in der Industrie als Gegenstände behandelt ist es schon beeindruckend wie man pro Stunde vier bis fünf tausend Küken ansehen kann ob sie irgendwann Eier legen werden oder nicht.
Der Strand hier ist schön und lädt zum Spazieren gehen ein. Zum Baden gehen ist mir allerdings leider noch zu kalt.



Thu 24 Apr 2008
Posted by Jörg under
Halland ,
Schonen ,
Skåne ,
SchwedenComments Off
Strecke: Rammsjön -> Skånes Fagerhult -> Histhult -> Laholm -> Lilla Tjärby
Unterkunft: Camp(24.04.2008)
Profil: wellig
Fahrbahn: überwiegend Asphalt
Wetter: Sonne, Sonne, Sonne
Tageskilometer: 57,7 km Fahrtzeit: 3:18:09 Durchschnitt: 17,90 km/h
Ich komme nach Halland. Halland soll das Radfahrerparadies von Schweden sein. Ich kann das bestätigen. Kaum habe ich die Grenze von Skåne nach Halland überschritten geht es nur noch bergab. Prima für Radfahrer
Heute abend gibt es schwedisches Essen. Fertig eingekauft aus der Dose. “Köttsoppa med grönsaker” oder zu Deutsch “Fleischsuppe mit Gemüse”. In Deutschland gibt es das gleiche, heißt dort aber “Gemüsesuppe mit Fleisch”.



Wed 23 Apr 2008
Strecke: Röstanga -> Perstorp -> Rammsjön
Unterkunft: Camp(23.04.2008)
Profil: ständig auf und ab mit erheblichen Steigungen
Fahrbahn: feste Wege mit losem Schotter bestreut (Rutschgefahr)
Wetter: Wolkenlos sonnig
Tageskilometer: 42,93 km Fahrtzeit: 2:55:36 Durchschnitt: 15,06 km/h
Nach einem sehr kurzen Tag finde ich einen schönen Platz an einer verlassenen Fischerhütte am See Rammsjön und beschließe den Tag hier zu beenden und den Sonnenuntergang am See zu genießen.
In Schweden ist übrigens Kautabak sehr beliebt. Streng genommen handelt es sich dabei nicht um Kautabak sondern um Snus, den es lose oder portionsverpackt zu kaufen gibt. Insbesondere bei der losen Variante ist es etwas ungewohnt, wenn sich dein Gesprächspartner mit den Fingern so einen “Priem” aus den Zähnen fischt, in die Ecke schmeißt und sich den nächsten unter die obere Lippe schiebt. Ich treffe aber deutlich häufiger auf Leute, die die portionsverpackten Sorten bevorzugen.
In Schweden scheint das Glücksspiel sehr beliebt zu sein (Wetten, Lotto, Bingo). Jedenfalls finde ich in vielen Supermärkten einen recht großen Bereich wo man die verschiedensten Glücksspiellose kaufen kann.
Noch nie bin ich auf einer Tour so oft von Wildfremden zum Bier eingeladen worden wie hier. Wenn ich alle Einladungen angenommen hätte, wäre ich vermutlich noch immer in Trelleborg. Immer mehr habe ich den Eindruck, dass das nicht reine Gastfreundschaft ist sondern dass sie vielmehr selber sehr gerne Bier trinken und dies partout nicht alleine tun wollen. Es ist schon recht überraschend wenn man auf einer Bank sitzt, seine Keckse knabbert und die Karte studiert und plötzlich ein Mann aus seinem Garten kommt und dich zu sich heran winkt und dir ein Bier in die Hand drückt. Wir sitzen dann kurz zusammen trinken gemeinsam ein Bier, unterhalten uns ein wenig und dann fahre ich weiter. Angebotenen Whisky habe ich bisher immer ausgeschlagen, schließlich möchte ich ja nicht drei Meter weiter vom Fahrrad fallen.
Apropos unterhalten: Ich habe vorher überall gelesen, dass in Schweden jeder Englisch spricht und man überhaupt keine Sprachschwierigkeiten in diesem Land hat. Das ist ein Gerücht. Längst nicht alle Schweden sprechen Englisch. Diejenigen, die von Berufs wegen Touristenkontakt haben schon, aber ansonsten kann es gut sein, dass man auf jemanden trifft der wenig oder auch gar kein Englisch spricht. Meine Fragen nach dem Weg, nach Geschäften oder sonstigen Informationen werden in langen Unterhaltungen (Englisch, Schwedisch, Zeichensprache, manchmal auch ein wenig Deutsch) oft nur teilweise beantwortet. Auskunft bekomme ich hier immer und überall, von jedem den ich anspreche, aber was nützt es wenn man die Antwort nicht versteht.
Und noch eins ist mir bisher aufgefallen: Schweden mögen Radfahrer! Das finde ich als Radfahrer natürlich besonders toll.



Tue 22 Apr 2008
Söderåsen ist Schwedens 27. Nationalpark und wurde im Jahr 2001 eingerichtet. Charakteristische Spaltentäler und Erdrutschhänge, die im Laufe von Jahrmillionen durch Verwitterung und Frostsprengung entstanden sind kann man hier in einer der größten Verwerfungszonen der Welt sehen. Während ich durch diese erdgeschichtlich interessante Gegend wandere komme ich auch immer wieder an menschlichen Spuren vorbei. Alte Feldbegrenzungen und Steinwälle (zum Teil fast 3000 Jahre alt) durchziehen den Wald. Der Wald wurde in einigen Abschnitten an den Steilhängen vermutlich nie von Menschen bewirtschaftet. Hier hat Totholz Lebensraum für viele Insekten und Pilze geschaffen, die teilweise nirgends sonst in Schweden vorkommen, was wiederum Vögel und andere Tiere hierher lockt.
Besonders faszinierend fand ich den See Odensjön.
Früher hat hier mal ein Schloss gestanden. Nach einer Jagd am Weihnachtsfeiertag versammelte man sich hier zu einem Trinkgelage. Doch während dieser Feier öffnete sich plötzlich die Erde und verschlang das Schloss mit allen Menschen die sich darin befanden. Am darauffolgenden Tag fand man an dieser Stelle nur einen kleinen, klaren See. Bei klarem Wetter kann man das Schloss immer noch in der Tiefe des Sees sehen.
Wie tief dieser See ist, darüber ist man sich allerdings uneins. Einerseits sagt man der See gleiche dem einzigen Auge des Gottes Odin und der See sei bodenlos. Andererseits haben Lotmessungen ergeben dass der See ca. 19 m tief ist.
In beiden Fällen verstehe ich nicht wie man in der Tiefe des Sees ein Schloss finden kann… Sehr eigenartig.













Mon 21 Apr 2008
Strecke: Hörby -> Röstånga
Unterkunft: Camp(21.04.2008)
Profil: kleine Hügel, ständig auf und ab, kein Stück eben, landschaftlich interessant
Fahrbahn: grober Asphalt
Wetter: keine einzige Wolke gesehen
Tageskilometer: 55,91 km Fahrtzeit: 3:10:56 Durchschnitt: 17,94 km/h
Nördlich vom Östra Ringsjön verändert sich die Landschaft. Die Felder werden kleiner, die Hügel werden größer und ich fahre viel durch Wald. Das erste Elchschild habe ich jetzt gesehen, Elche natürlich keine. Dafür sind drei Rehe kurz vor mir über die Straße gesprungen. Eines so knapp, dass ich Wildwechselschildern in nächster Zukunft wohl etwas mehr Beachtung schenken werde. Einen Wildunfall mit einem Reh, auch wenn es noch so zart ist, möchte ich mir ersparen.






Sun 20 Apr 2008
Posted by Jörg under
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Zutaten: Mehl, Wasser, Speck, Salz, Zitrone, Öl
Zubereitung: Den Speck etwas anbraten und wieder von der Pfanne nehmen. Mehl mit Wasser mischen bis der Teig die gewünschte Konsistenz hat. Etwas Salz dazugeben und in der Pfanne in Öl anbraten. Den Speck auf der Masse verteilen. Das ganze dann von beiden Seiten braten.
Kommentar: Sehr nahrhaft, unkompliziert in der Herstellung und schmeckt klasse mit etwas Zitronensaft.


Sat 19 Apr 2008
Posted by Jörg under
Schonen ,
Skåne ,
SchwedenComments Off
Strecke: Lomma -> Hörby
Unterkunft: Camp(19.04.2008)
Profil: wellig
Fahrbahn: Asphalt und gut befestigte Wege
Wetter: Sonne und Gegenwind
Tageskilometer: 55,94 km Fahrtzeit: 4:07:22 Durchschnitt: 13,88 km/h
Am Morgen bekomme ich einen faszinierenden Blick auf die Öresundbrücke geboten. Es wäre schon mal ein Erlebnis mit dem Rad über diese 16 km lange Verbindung nach Kopenhagen zu fahren, aber die Brücke ist normalerweise für Radfahrer gesperrt.





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