2008 March » Jörg on Tour - Finnland

March 2008


Strecke: Petershagen -> Wiedensahl -> Steinhuder Meer

Unterkunft: Camp(31.03.2008)

Profil: Flach

Fahrbahn:Asphalt und gute befahrbare Waldwege

Wetter: viel Sonne, trocken

Tageskilometer: 38,8 km Fahrtzeit: 2:21:34 Durchschnitt: 17,07 km/h

In Wiedensahl steht das Geburtshaus von Wilhelm Busch. Wilhelm Busch hat auf Wunsch seines Vaters ein Maschinenbau Studium begonnen. Sein Studium hat er allerdings nach drei Jahren abgebrochen und sich, zunächst ziemlich erfolglos, künstlerisch betätigt. Erfolg hatte er erst mit 33 Jahren mit seiner Bildergeschichte von Max und Moritz. Danach konnte er gut von seinen Bildergeschichten, die er an Zeitungen verkaufte, leben. Seine Ölgemälde wurden allerdings zu seinen Lebzeiten nie verkauft. Im Ort stößt man überall auf Wilhelm Busch, Max und Moritz, Frau Bolte und ähnliches.

Vorbei am Dino-Park in Münchehagen fahre ich zügig zum Steinhuder Meer. Das Steinhuder Meer habe ich schon auf vielen Radtouren auslassen müssen, weil es jedesmal zu weit von meiner eigentlichen Route entfernt war. Ich freue mich dem Steinhuder Meer endlich einen Besuch abzustatten. Die Gegend ist richtig schön, hier kann man gut ein paar Tage Urlaub machen. Das Steinhuder Meer ist sehr flach und wächst vom Rand her seit Jahrtausenden langsam zu. In den umgebenden vernässten Wiesen bildet sich Niedermoor. Der See ist für Naturliebhaber und begeisterte Vogelbeobachter sicherlich ein lohnendes Ziel. Natürlich wird der See auch von Wassersportlern besucht und man kann die künstlich geschaffene Insel Wilhelmstein anfahren.

Windmühle Bierde

Wilhelm Busch Geburtshaus in Wiedensahl

Max und Moritz

Wilhelm Busch

Wilhelm Busch

kurze Pause

Die nächsten bitte

Steinhuder Meer

 

Strecke: Dümmer See -> Wagenfeld -> Ströhen -> Uchte -> Petershagen

Unterkunft: Camp(30.03.2008)

Profil: Flach

Fahrbahn: Asphalt und gute Feldwege

Wetter: Trocken überwiegend Sonne, Gegenwind

Tageskilometer: 73,67 km Fahrtzeit: 4:52:58 Durchschnitt: 15,44 km/h

Bei 52°31′53” nördlicher Breite und 8°39′8” östlicher Länge befindert sich der NRW-Nordpunkt, der nördlichste Punkt Nordrhein Westfalens. An dieser Stelle wurde ein abstrakter Globus aufgestellt der unsere Erde darstellen soll. Irgendwo muss auch der Mond zu finden sein.

Auf einer Informationstafel erfährt man, dass der Gegenpunkt (Antipode) zum NRW-Nordpunkt südlich von Neuseeland im Süd-Pazifik in der Nähe der Antipoden-Inseln (ist die Namensübereinstimmung Zufall?) und der Treibeisgrenze der Antarktis liegt.

Im Sommer steht hier auch eine Würstchenbude und vermutlich auch ein Eisverkäufer.

Ich komme vorbei an einer lebensgefährlichen Windmühle und einigen beheizten Spargelfeldern. Die Spargelsaison wird durch die beheizten Felder etwas früher eingeläutet. Bei dem herrlichen Wetter hätte ich gerne in Ströhen noch den Tierpark besucht, habe es dann aber doch vorgezogen noch ein paar Kilometer zu fahren. Am Abend zelte ich direkt an der Weser auf einem Platz in Petershagen. Um die Weser zu überqueren muss ich allerdings noch über das Wehr, was für mich bedeutet, dass ich mein Rad mit fast 50 kg Gepäck zwei recht steile Treppen hinauf wuchten muss.

Windmühle
Als im vorletzten Jahrhundert der Müller nach einer Renovierung die Flügel wieder in Gang setzte, riefen die Flügel: “Korl, Frierk, Hinnerk.” Jahre später sind von den Flügeln 2 Männer erschlagen worden, Korl und Frierk. Wann nun der Hinnerk umkommen soll, weiß man noch nicht……..
NRW-Nordpunkt

Jörg in Ströhen

Reh

Die Weser bei Petershagen

Abendstimmung an der Weser

 

Strecke: Fürstenau -> Schwagstorf -> Merzen -> Damme -> Dümmer See

Unterkunft: Camp(29.03.2008)

Profil: Wellig

Fahrbahn: Asphalt

Wetter: Trocken überwiegend Sonne

Tageskilometer: 70,50 km Fahrtzeit: 4:18:52 Durchschnitt: 16,67 km/h

Auf der Strecke sehe ich heute überall Anwohner die durch die Straßengräben laufen und Müll aufsammeln. Das sieht nach einer Art von groß angelegtem, gemeinschaftlichen Frühjahrsputz aus. Ganze Familien laufen mit Müllsäcken in den Händen an den Straßen entlang und machen mal so richtig sauber. Diese Großreinemachaktion ist von der Gemeinde organisiert und läuft jetzt im zweiten Jahr. Die “Reinigungskolonnen” sammeln all den Müll auf, den weniger reinliche Autofahrer so aus dem Fenster geschmissen haben und was sonst so alles an Müll in die Straßengräben gefallen ist. Das ist doch wirklich mal eine saubere Sache.

 

St. Nikolaus Kirche in Ankum

Gemeindeaktion: Anwohner reinigen gut gelaunt die Straßengräben

Pferde

Kath. Pfarrkirche St. Viktor in Damme

Graureiher

Windrad am Dümmer (hier bin ich letztes Jahr schon mal vorbeigekommen)

 

Zutaten: Lauch, Sellerie, Möhren, Petersilie, Kräuterschmelzkäse, Brühe, Salz, Pfeffer, Zitrone (Speck, Tomaten)

Zubereitung: Einfach Gemüse klein schneiden und in der Brühe kochen. Schmelzkäse und Speck dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Ganz zum Schluss mit Zitronensaft verfeinern.

Kommentar: Sehr günstig, kaum Aufwand, sehr schnell fertig und super lecker. Klappt aber wirklich nur wenn man eine Möglichkeit zum einkaufen findet.

Gemüsesuppe

Warum der BOB?

Grundregel: Ein BOB sollte immer so schnell sein, wie das ihn ziehende Rad!

Ich fahre wieder mit fast 50 kg Gepäck (inkl. Wasser und Lebensmittel) auf dieser Tour. Für eine Radtour sind das normalerweise mindestens 20 kg zuviel. Verzichten möchte ich aber auf nichts von meinem Gepäck, da ich mich für eine so lange Zeit nicht nur mit Radfahren beschäftigen kann. Das holländische Ehepaar, das mich für eine Nacht aufgenommen hat ist den Radweg nach Santiago de Compostela mit nur 10 kg pro Person gefahren. Irgendwie hat mir das zu denken gegeben. Sie sind natürlich im Sommer unterwegs gewesen wodurch sie die ganze schwere Winterkleidung einsparen können und sie fahren auf einer Strecke auf der sie jeden Tag einkaufen können. Trotzdem finde ich diesen Minimalismus beeindruckend.

Dieses „zuviel” an Gewicht kann ich jetzt mit dem Bob viel besser verteilen. Ich habe keine zusätzliche Tasche mehr auf dem Gepäckträger. Dadurch komme ich auch während der Fahrt an alle vier Seitentaschen heran und durch den niedrigeren Schwerpunkt fährt sich das Rad deutlich einfacher.

Insgesamt macht mein Rad einen ordentlicheren Eindruck als vorher mit dem zusammengeschnürten Berg auf dem Gepäckträger.

Dann ist da natürlich noch diese tolle Fahne, ich wollte meinem Rad schon immer irgendetwas Persönliches hinzufügen. Nicht zuletzt bietet der Bob die Möglichkeit zwei weitere Flaschenhalter anzubringen. Das ist für mich als „chronisch Verdurstendem” natürlich ein riesiger Vorteil.

Der Bob kann mit bis zu 32 kg beladen werden und soll nicht schneller als 40 km/h fahren. In meinem Fall muss er nur ca. 14 kg tragen, so dass ich hoffen kann, dass er die Tour schadlos übersteht. Wenn es bergab geht werde ich das mit der Höchstgeschwindigkeit vermutlich nicht so genau nehmen, beim Fahren wird das eh keine Probleme machen… nur beim Bremsen. Ich bin mit dem Bob vorher einige Probetouren gefahren. Leer und mit Last. Leer hoppelt er arg hinter einem her, mit Last fährt er sich deutlich besser. Bis jetzt macht er sich ganz gut. Er hat allerdings noch ein paar Meter vor sich.

An Absperrungen, die nur Fußgänger und Radfahrer durchlassen ist der Anhänger manchmal (wenn die Absperrungen sehr eng sind) ganz schön hinderlich. Bisher habe ich das Gefährt noch immer irgendwie durchbugsiert bekommen, aber manchmal wäre es besser und vielleicht sogar schneller gewesen den Bob abzubauen und einzeln umzutragen.

Auf manchen Straßeninseln, die nur gerade mal so breit sind wie mein Rad lang ist, muss man natürlich auch daran denken, dass man den Bob hinter sich herzieht.

Ich fahre übrigens mit dem Bob YAK. Bei der Off Road Version “Bob IBEX” ist der Anhänger gefedert.

Jörg on Tour Fahne

Das Rad

Das Rad

Bob

Bob

Um den Bob anzuhängen wird der normale Schnellspanner am Hinterrad gegen Spezial-Aufnahme-Schnellspanner für den Bob ausgetauscht. Bei diesen Spezial-Schnellspannern stehen die Aufnahmeadapter seitlich ab. In diese Aufnahmeadapter kann der Bob eingehängt werden und mit einem Sicherheitsklemmbügel arretiert werden.

Wenn auf den Aufnahmeadaptern oder an der Haltevorrichtung etwas Sand oder Dreck haftengeblieben ist lässt sich der Sicherheitsklemmbügel, im angehängten Zustand, nicht durch die Löcher an der Haltevorrichtung schieben. Haltevorrichtung und Aufnahmeadapter sind also stets sauber zu halten.

Spezial-Aufnahme-Schnellspanner für den Bob

Sicherheitsklemmbügel

So sieht das ganze arretiert aus

Strecke: Nordhorn -> Lingen -> Fürstenau

Unterkunft: Camp(28.03.2008)

Profil: Flach mit leichten Wellen

Fahrbahn: Asphalt viel Wald

Wetter: Trocken

Tageskilometer: 57,33 km Fahrtzeit: 3:47:42 Durchschnitt: 15,35 km/h

Heute fahre ich ein paar Teilstücke einiger schon gefahrener Radwege. Ein kurzes Stück auf der Dortmund-Ems-Kanal Route, auf der ich vor einigen Jahren mit Freunden nach Norderney gefahren bin, lässt Erinnerungen wach werden. Kurz danach fahre ich ein Stück entlang der Fehn-Route, die mir von einer Wintertour mit Christian noch bekannt ist.

Kanal von Nordhorn nach Lingen

Dortmund-Ems-Kanal bei Hanekefähr

eigentlich überflüssig

Radweg Dortmund-Ems-Kanal Wegweiser

Radweg Fehn-Route Wegweiser

Strecke: Delden -> Almelo -> Almelo-Nordhorn-Kanal -> Nordhorn

Unterkunft: Camp(27.03.2008)

Profil:Flach

Fahrbahn: Asphalt und fester Sand

Wetter: Trocken, Sonne und leichter Gegenwind

Tageskilometer: 55,40 km Fahrtzeit: 3:38:55 Durchschnitt:15,55 km/h

Holland ist zum Radfahren wunderbar geeignet. Es gibt ein sehr gut beschildertes Radwegenetz. Man wird von Knooppunt zu Knoopunt geleitet und findet ohne Probleme seinen Weg. Die Radwege auf denen ich gefahren bin waren alle sehr gut asphaltiert und an fast jeder größeren Straße verläuft ein Radweg. Zudem ist die Gegend flach so dass man überall locker treten kann. Ein Holländer meinte doch tatsächlich, dass Dänemark seiner Meinung nach ganz schön hügelig wäre.

Die Holländer nutzen ihre zahlreichen Radwege auch viel für Alltagsfahrten. Das Rad ist in Holland ein viel genutztes Verkehrsmittel. Die großen schlabberigen Fahrradtaschen, die man hier überall sieht, wirken auf mich etwas befremdlich. Meist stehen sie weit offen, als wollten sie alles auffangen was vom Himmel fällt. Die Holländer fahren schon lange viel Rad und haben vermutlich mit der Zeit ihre Erfahrungen gesammelt, also kann man wohl davon ausgehen, dass das so sinnvoll ist. Sie nutzen die Packtaschen wie einen Fahrradkorb. Sie können schnell etwas hineinlegen oder herausnehmen und haben den Schwerpunkt im Gegensatz zu einem Fahrradkorb viel weiter unten. Die Taschen haben einen „Lappen” zum verschließen. Bei Regen sind die Taschen so vermutlich sogar dicht genug für kurze Strecken.

Ich werde für meine Zwecke aber doch lieber bei meinen fest verschlossenen Packtaschen bleiben.

In der Nähe von Delden stoße ich auf das Kastell Twickel, ein sehr ansehnliches Schloss, das aber privat ist und nicht zur Besichtigung freigegeben ist. Heute ist nicht mein Tag, ich fühle mich nicht besonders gut, habe schlappe Beine, leichte Kopfschmerzen und muss auf der etwas sandigen Strecke am Almelo-Nordhorn-Kanal gegen den Wind ganz schön kämpfen. Ich mache viele Pausen und komme ziemlich langsam voran.

Von Nordhorn sind es noch gut 20 km bis Lingen und damit zum nächsten Campingplatz. Danach steht mir so gar nicht der Sinn und ich frage bei einem Bauern, ob sie ein Stück Wiese für mich haben.

Insgesamt war der Abstecher durch Holland lohnend, ich habe nette Leute kennen gelernt und hatte bei, für diese Jahreszeit, meist gutem Wetter eine schöne Zeit.

Tot ziens und dank je well

Twickell

Almelo-Nordhorn-Kanal

Haubentaucher

Das Stück Wiese auf der Farm

Strecke: Loenen -> Brummen -> Laren -> Markelo -> Goor -> Delden

Unterkunft: Camp(26.03.2008)

Profil:Flach

Fahrbahn: Asphalt

Wetter: trocken

Tageskilometer: 71,07 km Fahrtzeit: 4:03:13 Durchschnitt:17,96 km/h

Wegen der starken Schneefälle der letzten Tage führt die Issel reichlich Wasser, was das Befahren und Verlassen der Fähre mit meinem Rad zu einem kleinen Erlebnis macht.

Den Abend verbringe ich auf einem Campingplatz in Delden. Auf dem Platz gibt es einen kleinen Zoo mit Ziegen, Eseln und anderen Tieren. Eine flügellahme junge Ente gehört auch dazu. Die Ente begrüßt mich quakend, knabbert bei der Anmeldung (Sie sitzt in einem Korb auf der Theke) an meiner Jacke und schnappt auch sonst nach allem was sie so vor den Schnabel bekommt. Z.B. nach dem Schwanz von einem Dobermann, der daraufhin das Weite sucht.

aufwachen im Schnee

Fähre über die Issel bei hohem Wasserstand

Störche

Zutaten: Mehl, Wasser, Salz, Öl

Zubereitung: Mehl mit Wasser mischen. Je nach Konsistenz wird das Brot mehr wie ein Pfannekuchen oder eben mehr wie Brot. Ein wenig Salz dazu geben, sonst schmeckt das Brot arg langweilig. Öl in der Pfanne richtig heiß werden lassen dann den Teig dazugeben und und von beiden Seiten braten. Es dauert eine Weile, ist also nicht so praktisch wenn man Brennstoff sparen muss. Auf demTrangia mit Benzinkocher klappt das super. Mit Spiritus hatte ich Schwierigkeiten weil es nicht heiß genug wurde (Vielleicht sollte man versuchen im Topf zu braten, dann ist die Flamme näher dran).

Kommentar: Das Brot mache ich mir oft Abends um es dann am nächsten Tag oder in den nächsten Tagen unterwegs zu essen. Das Brot ist ölgetränkt, sättigend und lecker, man braucht jedenfalls keine Butter dazu. Es ist eine sehr kräftige Mahlzeit für zwischendurch beim Radfahren, als Diät-Essen ist das Brot weniger geeignet.

Pfannenbrot

Strecke: Nimwegen - Doesburg - Loenen

Unterkunft: Camp 25.03.2008 

Profil: Flach

Fahrbahn: Asphalt

Wetter: überwiegend trocken, kurze aber heftige Schneefälle und Hagelstürme

Tageskilometer: 67,11 km Fahrtzeit: 4:36:29 Durchschnitt:15,05 km/h

Nach dem Abschied von Martha und Frits geht es weiter durch Holland.

Das überwiegend gute Wetter wird von einigen kurzen aber heftigen
Schneefällen und Hagelstürmen unterbrochen. Da mir die Schneeflocken
innerhalb von Sekunden die Sicht durch meine Brille verschließt, warte
ich diese 10 bis 20 minütigen Phasen ab , stelle mich unter oder
schiebe mein Rad. Kaum hört der Schnee oder Hagel auf kommt die Sonne
wieder heraus und ich fahre weiter.

Früh beende ich den Tag und suche mir einen Campingplatz. Kaum steht
mein Zelt fängt es noch mal an zu schneien. Das Schauspiel kann ich
aus einem trockenen Unterstand heraus beobachten und derweil meine
Brote für den nächsten Tag braten. Zum Abend hin ist mein Zelt
schneebedeckt und der Himmel wieder sternenklar. Ich kann mir kaum was
schöneres vorstellen.

kurz vorm Start

Kastell Doornenburg in Gelderland

Hagel

Camp

Schnee am Abend

Pfannenbrot

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