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Finnland


Strecke: Neiedenelven -> Inari
Unterkunft:
Camp(25.07.2008)
Profil: recht flach
Wetter: recht trocken
Tageskilometer: 109,31 km Fahrtzeit: 6:17:32 Durchschnitt: 17,68 km/h

Meine Hose - also die hellen Stellen! - eignet sich wunderbar zum Weißabgleich……

Zum Weißabgleich verwendet man üblicherweise eine Graukarte. Eine Graukarte ist zu 18 % grau. Man richtet seine Kamera auf diese Graukarte, die in Richtung des gewünschten Motivs (der gewünschten Szene) gehalten wird damit sie, wie auch das Motiv (die Szene), im gleichen Licht steht. Also gleich beleuchtet ist. Damit stellt man die Kamera auf das vorhandene Licht ein und kann so die Szene mit korrekter Belichtung (also Kombination aus Verschlusszeit und Blende) ablichten. Man kann solche Graukarten die übrigens “neutral grau” sind sogar kaufen, man kann sich aber auch einfach eine neutral graue Fläche ausdrucken (18 %) und sich seine Graukarte selber herstellen. Oder, wie Anja festgestellt hat, man nimmt meine Hose - also die hellen Stellen! - als Graukartenersatz. Wichtig ist dann nur, dass ich immer im richtigen Licht stehe. Meine Hose ist also neutral grau….. muss mir das zu denken geben? ….. wenigstens nur zu 18 %

Neueste wissenschaftliche Studien haben übrigens ergeben, dass eine durchschnittliche Szene in Wirklichkeit zu 12,5 % grau ist. Daher sind moderne Belichtungsmesser auch auf 12,5 % grau geeicht. Die Graukarten sind allerdings weiterhin zu 18 % grau. Schon damit man nicht durcheinander kommt.

Die Welt ist also zu 12,5 % grau. Eine durchschnittliche Szene ist einfach alles was man so fotografiert und das ist so ziemlich alles was es so gibt auf dieser Welt. Also für alle die gerade mal wieder schwarzsehen oder die Welt, aus welchen Gründen auch immer, als trübe, fahl-/maus-/asch- oder neutral graue undurchdringliche Masse wahrnehmen. Ihr müsst nur die richtige Belichtung einstellen - und nie vergessen, die Welt ist nur zu 12,5 % grau!

Das Leben ist bunt

finnischer Souvenierladen

Hotel Inari..... mal wieder

Strecke: Kirkenes -> Neiedenelven
Unterkunft:
Camp(24.07.2008)
Profil: recht flach
Wetter: trocken
Tageskilometer: 61,69 km Fahrtzeit: 3:42:17 Durchschnitt: 16,79 km/h

Am Morgen besucht uns ein Fuchs zum Frühstück, streift vorsichtig ein Weile um unser Lager und verschwindet dann wieder. Den Tag über fahren wir ruhig und genießen die Landschaft und das wieder trockene Wetter. Am frühen Abend finden wir einen Lagerplatz der aus einer Werbung im Outdoorkatalog kommen könnte. Ein lichter Wald direkt an einem großen See. Der letzte der hier war hat für uns schon eine Feuerstelle gebaut, die wir noch noch ein wenig wieder herrichten müssen.

Camp

Holger

Stein im Wasser

kleiner Wasserfall

Aufbruch

Alte Tankstelle

Binnengewässer

Steffan und Holger beim Küchendienst

Lagerleben

Strecke: Utsjoki -> Nuorgam -> Nesseby
Unterkunft:
Camp(19.07.2008)
Profil: ein paar Steigungen
Wetter: Regen
Tageskilometer: 89,35 km Fahrtzeit: 5:29:12 Durchschnitt: 16,61 km/h

Vorratskammer Vielfraßsicher

kleiner Wasserfall

Steffan

Rechts Gewitter Links Sonne

Fahrrad

Nach vorbeigezogenem Gewitter sind sie sofort wieder da,
blutgierig wie zuvor.
Jörg und ein paar Mücken

Tana oder finnisch Teno (Fluß)

Hütten

Boot

Tana

Boote

Lachse fischen hat hier Tradition, in fast jedem Haus hängen Fotos von erfolgreichen, glücklich lachenden Lachsanglern und irgendwo hängt ein weniger glücklicher Lachs an der Wand

Lachs


Der nördlichste Punkt der EU:

Nuorgam ist das nördlichste Dorf Finnlands. Das Dorf braucht mit seinen ca. 250 Einwohnern nicht mal mehr Wald, um sich zu verstecken. Wald gibt es hier auch keinen mehr, die Kieferngrenze haben wir in den letzten Tagen überschritten. Birken wachsen hier noch und auch ein paar Ebereschen und Weiden. Das Dorf ist vor allem dadurch bekannt, dass hier der nördlichste Punkt der EU liegt - und zwar mit den Koordinaten N 70°05,31′ O 027°57,64′. Ein kurzes Stück hinter der finnischen Grenze zu Norwegen beginnt das Eismeer, genauer der Varangerfjord. Ein Stück weiter Richtung Osten liegt Kirkenes und östlich davon Russland.

Das Schild zum nördlichsten Punkt der EU ist farbenfroh und mit samischen Zeichen bemalt.

der nördlichste Punkt der EU

Der nördlichste Punkt der EU ist ein Stein mit einem Schild mit den eingravierten Koordinaten
der nördlichste Punkt der EU

keiner kommt hier ungesehen vorbei

Camp

Camp

Heute gibt es Lachs mit Fenchel nur mit Zucchini anstelle von Fenchel und mit frischem, allerdings leider gekauftem (Wir haben nicht aufgegeben und doch noch welchen bekommen!) und nicht gefangenem Lachs, wie sich das für die Gegend hier gehört. Zum Nachtisch noch Pfannkuchen mit Äpfeln und gedünstete Äpfel mit Zimt… wir leben gut.
Lachs

Varangerfjord

Varangerfjord

Varangerfjord

Ach so: Meine Radschuhe, die ich in Hudiksval geklebt habe nachdem sie mir auf dem Hornslandet zerrissen sind, lösen sich wieder auf. Anja hat LocTite-Kleber dabei und das Zeug ist genial. Eine Tube LocTite werde ich zukünftig mit in meine Ausrüstung aufnehmen.

Strecke: Entlang der Kaamasentie nach Utsjoki
Unterkunft:
Camp(18.07.2008)
Profil: leicht wellig
Wetter: ein wenig Regen
Tageskilometer: 25,25 km Fahrtzeit: 1:37:09 Durchschnitt: 16,10 km/h

Utsjoki liegt am Fluss Tana, der die Grenze zu Norwegen bildet. Der Fluss ist sehr beliebt bei Lachsen und Lachsanglern gleichermaßen. Man sollte meinen, dass man hier an jeder Ecke Lachse kaufen kann. Falsch gedacht, scheinbar behält hier jeder seine geangelten Lachse für sich, verkauft werden jedenfalls keine.

Ein Haus am Straßenrand

Ein finnischer Hausbriefkasten

Kirchenkaffee vor Utsjoki: Fast ein Freilichtmuseum ist dieses kleine Kaffee mit den ganzen Gebäuden drum herum. Hier gibt es Vohveli (Waffeln) und Kahvi (Kaffee). Grundnahrungsmittel für Leute die mit dem Polkupyörä (Fahrrad) durch Finnland fahren und sich mit itikka(Moskitos - oder, aber nur in Westfinnland, Kühen) rumschlagen.

Die Erlöse aus dem Kaffeeverkauf werden für Hilfsprojekte in der ganzen Welt verwendet.

Früher ist man im Winter mit Rentieren oder Skiern zur Kirche gefahren, im Sommer ist man zu Fuß gekommen oder mit einem Boot. Wer weit weg gewohnt hat kann schon mal eine Woche gebraucht haben um zur Kirche zu gehen und wieder nach Hause zu kommen.

Heute leben in der Gemeinde Utsjoki zirka 1.500 Einwohner, die meisten von ihnen sind Samen (ca. 70 %). Da die Samen hier die Bevölkerungsmehrheit bilden, werden auch die Straßenschilder in finnisch und samisch beschriftet. Beide Beschriftungen haben den Nachteil, dass sie für uns wie wirr aneinandergereihte Buchstabenfolgen aussehen (Lihavakalajärvit Buoiddesguollejärvrrit).

Zum Kaffee

Kirchenhütten

Kirchenhütte

Das Kirchenkaffee

gemütliche Kaffeepause im Kirchenkaffee

bei Katja und Tuula

Blumenschmuck

Die Kirche von Utsjoki:

Die Kirche von Utsjoki

Die Kirche von Utsjoki

Reindeer Stake: Was leider kein Tippfehler in der Karte ist, sondern eine Art Frikadelle… wir hatten auf Steaks gehofft :-(

Beim anschließenden Kneipenbesuch können wir, vermutlich alle ortsansässigen Finnen im trinkfähigen Alter beim Saufen beobachten. Die Stimmung ist gut, friedlich und feucht fröhlich. Das ganze Dorf ist hier versammelt und konzentriert sich voll auf’s Trinken.

Reindeer Stake

Strecke: Entlang der Kaamasentie
Unterkunft:
Camp(17.07.2008)
Profil: wellig
Wetter: Gewitter und Sonne, alles dabei
Tageskilometer: 61,90 km Fahrtzeit: 3:22:14 Durchschnitt: 18,73 km/h

Nach einem schönen und gemütlichen Frühstück kommen wir schon bald am Lihavakalajärvit Buoiddesguollejärvrrit vorbei. Dieses unaussprechliche Gebilde ist ein schöner großer See. Wir nutzen das herrliche Wetter, um hier schwimmen zu gehen. Der See ist endlich mal nicht ganz so kalt wie alle Bäche, Flüsse und Küstengewässer in die ich bisher gesprungen bin, so dass man hier wirklich schwimmen kann ohne dass einem gleich das Blut gefriert. Eine Gelegenheit, die wir nicht ungenutzt verstreichen lassen wollen. Nachdem die Sonne uns wieder getrocknet hat, machen wir uns wieder auf den Weg. Die Sonne wird allerdings schon bald von düsteren Gewitterwolken vertrieben. Selten hat man die Gelegenheit so deutlich zu sehen wie dir das Gewitter näher kommt. So konnten wir es perfekt abpassen, mein Zelt aufstellen und das Gewitter an uns vorüber ziehen lassen, während wir im trockenen eine Runde Escalera (bolivianisches Kniffel) spielen. Nach knapp 30 Minuten sitzen wir auch schon wieder “trocken” auf den Rädern.
…. kein Rentier heute ….

Spielanleitung Bolivianisches Kniffel

MückendichtFrühstück um 12

Stefan

Holger

Unser Waschraum

Lihavakalajärvit Buoiddesguollejärvrrit

Kaamasentie

Gewitterpause bei bolivianischem Kniffel

Gewitterpause bei bolivianischem Kniffel

Gewitter vorbei

Besuch am CampRegengeschütztes kochen

hmmmmm lecker

Camp

Strecke: Inari ->
Unterkunft:
Camp(16.07.2008)
Profil: wellig
Wetter: sonnig
Tageskilometer: 47,92 km Fahrtzeit: 2:35:20 Durchschnitt: 18,72 km/h

Japaner haben genau wie Amerikaner normalerweise nicht genug Urlaubstage um ein Land in Ruhe mit dem Rad zu erkunden. Amerikanern begegnet man selten, weil sie Europa mit dem Flugzeug erkunden oder im Auto sitzen und kaum anhalten können, weil sie in 14 Tagen ganz Europa besucht haben wollen. Einen amerikanischen Radfahrer habe ich schon am Nordkap getroffen. Er hat sich dort für bestimmt 2,5 Stunden aufgehalten. Japanische Tourenradler sind mir noch nicht untergekommen.

Heute kommt uns Takka entgegen. Er freut sich riesig uns zu sehen, und lacht uns an als er uns begrüßt.

Takka arbeitet nicht mehr: “Jeder Tag ist Sonntag!” meint er und lacht.

Drei Monate fährt er durch Skandinavien und lacht.

Als er hört, das meine Begleiter nur für drei Wochen unterwegs sind…. da lacht er laut.

Er lacht viel und man merkt wie sehr er diese Tour genießt. Viel Spaß Takka

Inarijärvi

Inarijärvi

Takka von Yokohama

Mittagspause

Holger

Da kommen sie nun

Holger
Die Tourleitung greift durch:
Anja

Stefan

hier soll es Zimtkringel geben

verschiedene

Positionen

zum Fotografieren

Fluß

Camp an der Brücke über den Syysjoki:

Am Syysjoki finden wir einen besonders geeigneten Platz für unser Nachtlager und richten uns häuslich ein. Besonders viel Zeit und Einsatz investieren wir in die Küche.

Kaffeemaschine

warten auf den Kaffee

Camp am Syysjoki

Strecke: Ukonjärvi -> Inari
Unterkunft:
Camp(15.07.2008)
Profil: wellig
Wetter: sonnig
Tageskilometer: 33,04 km Fahrtzeit: 1:56:57 Durchschnitt: 17,52 km/h

Finnland begrüßt meine neuen Mitradler mit einer abwechslungsreichen, bunten Vielfalt von blutsaugenden Insekten die mit immer wieder neuen Arten überraschen. Die Finnen haben sich angepasst, so wie die Inuit zahlreiche Begriffe für Schnee und Wüstenbewohner zahlreiche Begriffe für Sand haben, unterscheidet man hier die vielen verschiedenen Mückenarten.

Stechmücke (itikka):
Die mit Abstand am häufigsten anzutreffende Art ist die gemeine Stechmücke. In unvorstellbaren Massen treten diese Tiere auf. Wenn man morgens meint, den Regen zu hören wie er auf das Zelt prasselt, dann kommt es vor, dass man recht schnell feststellen muss, dass es hunderte von Stechmücken sind, die sich unter dem Aussenzelt aufhalten und dort einen wilden Tanz aufführen.

Itikka ist der gebräuchlichste Begriff für Mücken und kann auch als Sammelbegriff für alle fliegenden, nervenden und stechenden Insekten verwendet werden. Aber Vorsicht, auch die Finnen haben verschiedene regionale Dialekte. In einem Westfinnischen Dialekt könnte es Missverständnisse geben, “itikka” bedeutet in diesem Dialekt “Kuh”.

Daneben gibt es “sääski”, “hyttynen”, “moskiito”, uvm.

Kriebelmücke (Mäkärä): (Knott/Englisch)
Nicht täglich und nicht überall, aber immer noch häufig trifft man auf diese winzigen Vertreter, die sich nur noch durch sehr dichte Fliegennetze aufhalten lassen. Diese Tiere stechen nicht, sie beißen, was aber für den gepeinigten keinen Unterschied macht. Besonders lästig ist, dass sie gerne in Mund, Nasenlöcher, Augen und Ohren fliegen. Angeblich kann man, wenn es zu viele sind daran ersticken, das halte ich aber wirklich für ein Märchen. Sehr viel wahrscheinlicher ist wohl, dass man von diesen unaufhörlich nervenden Viechern in den Wahnsinn getrieben wird.

Pferdebremsen (Paarma):
sind eher selten anzutreffen.

Noch mehr Mücken:
Dann bin ich hier noch auf zwei interessante Gattungen gestoßen (oder vielmehr, sie auf mich). Die einen schimmern leicht metallisch und sehen aus wie besonders große Knots, die anderen sind ähnlich gebaut wie Stechmücken haben aber kürzere Beine und einen dickeren Körper.
Beide sind mir aber recht selten untergekommen.
Rentierbremsen / Rinderbremse (Poro Parma):
Rentierbremse

Es sieht bedrohlich aus, wenn fünf oder mehr dieser gut drei cm langen Brocken einen Radfahrer während der Fahrt wie Satelliten umkreisen. Abschütteln kann man sie nicht, Bremsen können leicht 60 km/h fliegen. Sie landen äußerst selten, trinken pro Mahlzeit bis zu 1 cm3 Blut und die Nachwirkungen der Mahlzeit sorgen dafür, dass man das Tier über Tage in Erinnerung behält.

Henri Pellonpää:
Der Finne Henri Pellonpää steht mit dem Weltrekord im Mückentotschlagen im Guinessbuch der Rekorde. Er hat 21 Mücken in fünf Minuten mit seinen Händen erschlagen….. Das soll Weltrekord sein? Ich kenne die Wettkampfbedingungen nicht, aber den Rekord habe ich in den letzten Tagen regelmäßig um Längen geschlagen.

Von den ca. 50 Mückenarten in Finnland sollen es angeblich nur 5 auf den Menschen abgesehen haben. Vermutlich sind Knots und Bremsen keine Mücken, wenn ich die Plagegeister zusammenzähle mit denen ich Bekanntschaft gemacht habe komme ich schon mal auf sechs.

Gegenmaßnahmen:
Mückenmittelselbstversuche: Hier habe ich mal ein paar meiner “getesteten” Antimückenmittel und ihre Wirksamkeit beschrieben.

Mücken ignorieren: Ist meiner Meinung nach der sinnvollste Weg mit ihnen umzugehen. Alles andere macht nur Stress und führt doch nicht zum gewünschten Ergebnis. Mit der nötigen Ruhe bemerkt man sie kaum noch und der Körper scheint sich mit der Zeit auf die Stiche einzustellen und reagiert fast gar nicht mehr. Das ist natürlich nichts für Allergiker.

Es gibt noch einen wirklich funktionierenden Schutz. Ein Mückenhut hilft. Wichtig ist aber, dass das Mückennetz nirgends auf deiner Haut aufliegt, sonst kann  man das Netz auch gleich weglassen. Es gibt Hüte, die das Netz auf Abstand halten, die anderen sind mehr oder weniger nutzlos. Gegen die Knots helfen nur besonders kleinmaschige Mückennetze, durch normale Mückennetze krabbeln sie einfach durch. Die Knotsicheren Mückennetze sind allerdings auch fast Blickdicht, was irgendwie unpraktisch ist und abgesehen davon muss man das Netz zum Essen doch wieder abnehmen.

Boot am Museum in Unkonjärvi

Bei Ukonjärvi

Rentiere blockieren die Straße

Rentiere blockieren die Straße

Rentier

Zwischen Inari und Unkonjärvi

Holger

Zwischen Inari und Unkonjärvi

Holger

Rundflüge über den Inarisee

Hotel Inari

Kirche von Inari

Kirche von Inari

Stefan im Inarisee

Jörg

Salat

Strecke: Inari -> Ukonjärvi
Unterkunft: Camp(14.07.2008)
Profil: wellig
Wetter: Überwiegend Sonne
Tageskilometer: 33,99 km Fahrtzeit: 2:00:37 Durchschnitt: 17,24 km/h

Zur Verstärkung meiner Küchenmannschaft kommen heute drei reisende Köche aus Deutschland eingeflogen und wir werden versuchen die nächsten drei bzw. zwei Wochen miteinander auszukommen.

Gesehen habe ich noch keinen dieser Austauschköche und ich bin sehr gespannt auf die neuen Gesichter. Obwohl ich mich auf meine Reiseabschnittsbegleiter freue, bin ich auch ein wenig nervös. Ich bin schon eine Weile alleine unterwegs und die meiste Zeit genieße ich sehr. Bin mir gar nicht so sicher, ob ich mich jetzt noch auf eine “Gruppenfahrt” einstellen kann. Auf jeden Fall wird sich die Reise verändern, meinen sehr gemütlichen Reisestil werden wir zusammen so nicht beibehalten können. Meine unbekannten Freunde sind “nur” für drei Wochen hier und schon dieser “kurze” Zeitraum schränkt die Möglichkeiten ein. Auf alle Fälle wird es interessant.

Treffpunkt ist der Campingplatz in Ukonjärvi. Ich bin schon früh hier angekommen und es dauert keine fünf Minuten, da habe ich einen handfesten Streit mit dem Platzwart. Die Frau, die übrigens recht gut Deutsch spricht reagiert auf alles was ich von mir gebe mit unverschämten, beleidigten und beleidigenden Kommentaren. Nach fünf Minuten platzt mir der Kragen. Für mich als Einzelperson mit Zelt ist dieser Platz, abgesehen von dem in Trelleborg, der teuerste den ich bisher auf dieser Tour besucht habe, was auch nicht gerade meine Laune verbessert.

Nachdem ich mein Zelt aufgestellt habe verraucht mein Ärger ziemlich schnell, es ist eh nutzlos sich aufzuregen. Der Platz ist richtig schön, liegt direkt am Inarijärvi im Wald. Auf dem Platz gibt es ein paar überdachte Grillstellen und das Holz liegt schon bereit. Warm duschen ist auch mal wieder schön, die letzten zwei Wochen gab es nur Waschmöglichkeiten in kalten Bächen und Flüssen. Hier kann ich auch endlich mal wieder vernünftig meine Wäsche waschen.

Es wird ein netter Abend, wir grillen und quatschen bis tief in die Nacht und beobachten und fotografieren den “Sonnenumgang” am Inarijärvi.

Ach so:

grillihiili = Grillkohle

huppelissa = beschwippst

Inarijärvi

Rentier

Zelten in Unkonjärvi

Holger und Stefan

Inarijärvi

Stefan am Inarijärvi

Sonnenumgang am Inarijärvi

Sonnenumgang am Inarijärvi

Wolken im Inarijärvi

Holger

Anja

Sonnenumgang am Inarijärvi

Die Verstärkung:

Holger
Holger (Fremdländische Küche und exotische Gewürze):
Holgers Heimseite

Auf seinen zahlreichen Reisen durch exotische Länder ist er in den Genuss vielfältiger kulinarischer Rezepte gekommen. Er könnte Abende am Lagerfeuer füllen mit seinen Reisegeschichten aus fernen Ländern, wenn er abends nicht immer am Feuer einschlafen würde.

Stefan
Stefan (Vegetarische Küche mit dem Spezialgebiet Wildkräuter):

Er ist der Sportler in der Truppe, auch wenn man ihm das, wenn man ihn auf seinem vollgefederten Kettler Alu-Rad fahren sieht, nicht sofort ansieht. Er plant noch ein paar große und spannende Touren, die reichlich Gesprächsstoff liefern würden, aber er redet kaum.

Anja
Anja (Chefkoch, Reiseleitung und Organisation):

Sie hat unsere kleine Gemeinschaft auf Zeit hier in Lappland ins Leben gerufen, die Truppe zusammengestellt und auch unsere Tour für die nächsten zwei Wochen geplant. Sie gibt sich alle Mühe ein wenig Ordnung ins Chaos zu bringen und größere Katastrophen zu vermeiden. Ein Job der manchmal wirklich nervenaufreibend ist.

Anja

Strecke: Kaamanen -> Inari
Unterkunft: Camp(13.07.2008)
Profil: wellig
Wetter: Sonne
Tageskilometer: 38,73 km Fahrtzeit: 2:13:10 Durchschnitt: 17,73 km/h

Inari wirkt für seine ca. 500 Einwohner richtig groß, jedenfalls versucht der Ort sich nicht zu verstecken.  Abgesehen von dem bekannten Sami-Museum (Sida-Museum) befindet sich hier auch eine parlamentarische Vertretung der Samen in Finnland (Samediggi).

Der Ort liegt direkt am Inarijärvi (Inarisee) was viele Touristen in den Ort zieht. Man kann hier Rundflüge über den Inarisee machen, das Museum besuchen und alle vorstellbaren Souveniers und Andenken kaufen. Das Hotel in Inari ist zentraler Anlaufpunkt für Einwohner und Touristen (Restaurant, Kneipe, Biergarten und Kaffee). Vom Restaurant aus kann man das kleine Wasserflugzeug beobachten, wenn es zu seinen Rundflügen aufbricht. In der Kneipe herrscht am Abend Partystimmung und draußen auf der Terrasse ist bei Sonnenschein kaum ein Platz frei.

In der Nacht verschwinde ich aus der Stadt und suche mir einen Schlafplatz im Wald. Dort versuche ich mich noch mal an der Zucchini-Reis Pfanne, die genauso grauenhaft schmeckt wie beim letzten Mal.

Rentiere auf der Straße

Rentier

Zucchini

Soße

Reis

Zucchini-Reis Pfanne

Bei Inari im Wald

Strecke: Karigasniemi -> Kaamanen
Unterkunft: Camp(12.07.2008)
Profil: wellig
Wetter: Morgens Sonne, Mittags Mücken, Abends Regen
Tageskilometer: 62,18 km Fahrtzeit: 3:42:18 Durchschnitt: 17,12 km/h

Über lange Bodenwellen zieht sich die Straße scheinbar endlos durch den sich wenig verändernden Wald. Ich bin noch nicht lange unterwegs als mir ein ziemlich verwahrlost aussehender Tourenradler entgegen kommt. Wir versammeln uns mit zahlreichen Mücken am Straßenrand zu einem ausgiebigen Erfahrungsaustausch. Mein neuer Freund ist etwas skurril, sehr gesprächig, freundlich und ein alter Hase auf dem Rad. Nach einiger Zeit, die meisten Mücken in der Umgebung sollten inzwischen satt sein, tauschen wir E-Mail-Adressen aus, um die Unterhaltung ein anderes Mal fortzuführen und machen uns wieder auf den Weg.

Mein Weg führt mich am Kevo Naturschutzreservat vorbei. Das schon 1956 gegründete Naturreservat ist das nördlichste und mit 712 qkm eines der größten Finnlands. Nachdem ich ein paar Stunden dem Wanderpfad gefolgt bin, beschließe ich zurück zum Parkplatz zu gehen und mir die Wanderung durch den Kevo-Park für einen späteren Besuch im Norden Skandinaviens aufzusparen. Vielleicht bin ich ja schon nächstes Jahr wieder hier.

Nahe Kaamanen finde ich eine große freie Fläche im Wald, die man fast für einen Flugplatz halten könnte. Am Rand des “Rollfeldes” an einem See verwöhne ich mich noch mit gebratenen Datteln und lege mich schlafen. Da die Welt hier rund um die Uhr beleuchtet ist kommt man ein wenig aus dem Tagesrhythmus, es ist schon wieder weit nach Mitternacht und ich merke erst hier während meiner Pause wie müde ich eigentlich bin. Mein Schlaf wird, kaum bin ich eingeschlafen, auch schon wieder unterbrochen. Ich bekomme unerwarteten Besuch. Unter lautem Getöse landet neben meinem Zelt ein Hubschrauber, der Wind den er verursacht rüttelt mein Zelt ganz ordentlich durch. Ein kurzer, müder, aber sorgenvoller Blick aus dem Zelt zeigt mir, dass ich nicht Gefahr laufe als Landefläche herzuhalten. Der Hubschrauber bleibt nicht lange, sondern hebt nach ein paar Minuten auch schon wieder ab. Ich hoffe nur, dass heute Nacht nicht noch mehr Hubschrauber hier vorbeikommen, sonst wird das nichts mit der Nachtruhe.

Im Kevo Naturschutzreservat

Kiosk und Souveniers

Kiosk und Souveniers

Eine traditionelle finnische Gartenschaukel
traditionelle finnische Gartenschaukel
Farbenfroher Straßenschmuck (Wildscheuchen)

Farbenfroher Straßenschmuck (Wildscheuchen)

Farbenfroher Straßenschmuck (Wildscheuchen)

Fluß

Sieht fast aus wie ein Flughafen

Lagerplatz

Abendstimmung am See bei Kaamanen

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