Die meisten Hunde im Atlas sind Aidis. Die Hunde ziehen teilweise mit den Herden, sind aber keine Hirtenhunde und es ist auch keine gez√ľchtete Rasse. Es handelt sich um wirklich wild lebende Tiere also um echte an das Leben angepasste Hunde. Diese Wildtiere leben wie man es f√ľr echte Hunde oder W√∂lfe erwarten kann in Rudeln. Das st√§rkste Rudel das ich gesehen habe z√§hlte 15 Tiere. Die Hunde sind schlank, geradezu schm√§chtig und mit selten mehr als ca. 50 Zentimetern Schulterh√∂he eher klein. Die Hunde sind etwas kleiner und schlanker und damit leichter als ein deutscher Sch√§ferhund.

Auch in Deutschland verfolgen frei laufende Hunde gerne mal einen Radfahrer. Es ist kein besonders angenehmes Gef√ľhl wenn ein Hund knurrend, z√§hnefletschend und bellend neben mir herl√§uft. Bisher hat mich noch keiner gebissen und ich m√∂chte, dass das auch so bleibt. Grund genung sich ein wenig mit dem Thema „Hunde in Marokko“ zu besch√§ftigen.

Die marokkanischen Hunde haben einen niedrigen sozialen Status. Sie sind, wie auch die Katzen am Rande der Gesellschaft geduldet aber jedem Hund ist seine niedrige Stellung innerhalb der Gesellschaft bewusst. Marokkanische Hunde stellen ihren „Angriff“ sofort ein, wenn man andeutet einen Stein nach ihnen zu werfen. Im schlimmsten Fall kann man tats√§chlich werfen, sp√§testens dann verziehen sie sich. Auch ein St√ľck trockenes Brot soll gen√ľgen. Die Hunde sind abgelenkt, haben was zu fressen und lassen dich in Ruhe. Soweit die Informationen, die ich vor meiner Reise herausgefunden habe.

Nach meinen Erfahrungen auf der Tour kann ich das best√§tigen. Im Normalfall haben sich die Hunde gar nicht f√ľr mich interessiert oder haben sich friedlich und vorsichtig gen√§hert um sich an meinem Bein zu reiben, vermutlich in der Hoffnung, dass etwas Essbares f√ľr sie abf√§llt. Wenn sie doch mal z√§hnefletschend im Weg standen, wurden sie sofort ruhig und haben ihre Drohgeb√§rden eingestellt, sobald ich einen Wurf mit einem kleinen Stein angedeutet habe. Ich war selbst √ľberrascht wie gut das funktioniert.

Die Zukunft der Aidis ist ungewiss. Auf der Seite Marokko-Hunde steht einiges √ľber die aktuelle Entwicklung. Nach einer kurzen Gew√∂hnungsphase habe ich die Hunde in Marokko als ungef√§hrliche, friedliche und liebenswerte Tiere kennengelernt. Die auf der genannten Seite aufgezeigte, derzeitige Entwicklung stimmt mich traurig.

Tollwutgefahr in Marokko:

Die Tollwutgefahr in Marokko ist nicht besonders hoch. Dennoch gibt es vereinzelte F√§lle. Im April 2007 infizierte sich ein deutscher Reisender durch einen Hundebiss. Ein anderer Fall aus 2004 ist bekannt geworden und in Belgien wurde im Oktober 2007 bei einem illegal aus Marokko, in einen Vorort von Br√ľssel,
importierten Hund Tollwut diagnostiziert.

Tollwut kann durch Hunde und auch durch Katzen auf den Menschen √ľbertragen werden. Es laufen reichlich verwilderte Hunde und¬† Katzen durch Marokko. Die Impfung gegen Tollwut verl√§uft in der Regel sehr komplikationslos und ist f√ľr den menschlichen K√∂rper nicht besonders belastend. Im Gegensatz zu vielen anderen Impfungen bietet die Tollwutimpfung einen sehr sicheren Schutz gegen eine Infektion. Es wird dreimal gespritzt, im Abstand (0/7/21 bzw 28) Tagen. Ein bis zwei Wochen nach der dritten Impfung besteht ein recht guter Schutz . Nach ein bis zwei Jahren kann der Impfschutz mit einer weiteren Spritze auffgefrischt werden und ist dann f√ľr ca. 5 Jahre aktiv.

Wenn kein Impfschutz vorliegt ist eine Erkrankung bei einem Biss durch ein tollwutverdächtiges Tier keinesfalls sicher und kann durch eine nachträgliche Impfung, die erste Spritze sollte dann allerdings nach Möglichkeit noch am selben Tag erfolgen, verhindert werden. Kommt es zur Erkrankung kann diese nicht mehr aufgehalten werden. Der Krankheitsverlauf ist äußerst unangenehm und endet normalerweise tödlich.

Deutschland gilt √ľbrigens seit April 2008 als tollwutfrei.

F√ľr Marokko ist eine Tollwutimpfung nicht vorgeschrieben.